Daten suchen ein Zuhause - Teil 1
Wohin mit den ganzen Bytes.
Die Tage ist es mir mal wieder so richtig aufgefallen: Ich habe keinen brauchbaren Storage und kein echtes Backup! Die gut 3,5 Jahre alte TeraStation Pro 1.0 fing laut an zu piepen, das Display meldete eine defekte Platte. Da ich mich damals für eine RAID-5 Konfiguration entschieden hatte, sind immerhin keine Daten verloren gegangen. Gut Sache, aber schreiben werde ich da erstmal nichts mehr.
Mitte 2006, in Zeiten von 160GB Harddisks, hatte ich mich für diesen relativ günstige Storage entschieden. Mit 4x 250GB war er schon recht gut dimensioniert, aber halt kein Leistungswunder. Anfangs benutze ich den Kasten als normalen Netzwerkspeicher und hatte kaum noch lokale Daten, aber die schlechte Schreibperformace wurde immer nerviger - das kopieren eines DVD ISOs dauerte ca. 40min - und ich entschied mich die TeraStation nur noch als Backup zu verwenden und doch wieder lokal zu speichern. Die meiste Zeit war der Kasten also aus und nur wenn ich mal wieder ein paar Gigabyte Fotos "sichern" wollte oder ein altes mp3-Album suchte, klemmte ich ihn wieder an. ...
Inzwischen habe ich noch eine normale 1TB SATA-Festplatte plus praktischem E-SATA Gehäuse, um mal schnell die inzwischen stark angewachsenen raw-Bilder und Videodateien sichern zu können. Glücklicherweise reichte hier der Platz noch um alle Daten der defekten TeraStation darauf zu sichern, was übrigens geschlagende 20 Stunden gedauert hat. Also Stand jetzt: Die TeraStation ist nix halbes und nix ganzes - zudem gerade unbrauchbar - und meine E-SATA"Backup"-Platte ist nahezu voll. Kein echtes Backup, keinen echter Storage.
Doch bevor ich jetzt eine neue 250er Platte für die TeraStation und eine weitere 1TB Platte für das E-SATA Dock kaufe, grüble ich noch rum ob das wirklich clever wäre. Mein Datenaufkommen - nicht zuletzt durch die Zi8 und die EOS 7D - aber auch meine Anforderungen an Netzwerkspeicher haben sich inzwischen deutlich geändert:
- Die Daten sollte ausfallsicher sein, also RAID-1 und RAID-5 bieten
- Der Storage sollte min. 40MB/s schreiben und lesen können
- Es sollte Linux drauf laufen, damit ich beliebige Dienste, Protokolle und Filesysteme einsetzen kann
- Ich möchte von Windows, MacOS und Linux ohne Einschränkungen schreiben und lesen können
- Es wäre schön, wenn man die Filesysteme ohne ernste Performanceeinbußen verschlüsseln kann
- Er sollte stromsparend und leise sein und sich per cron/WOL einschalten lassen
- Ich möchte die Platten per smartmontools überwachen können
- Die Kiste sollte z.B. per CF-Card booten, damit kein OS auf den Datenplatten liegt
- Es sollten mehre Ethernet-Ports vorhanden sein, um z.B. auch als Router/Firewall zu dienen
Was jetzt noch fehlt ist ein brauchbares Backup. Der beste Storage nutzt nichts, wenn man mit "rm" nicht umgehen kann oder sich willenlos verklickt. Doch 2-4 TB Daten sichern, am besten noch täglich, ist wohl deutlich oversized und wahrscheinlich auch kaum bezahlbar. Ausserdem wäre es sinnvoll, ein Backup ausserhalb der eigenen vier Wände zu haben, wo es weder abbrennen noch gestohlen werden kann. Schnell wird klar das dann Verschlüsselung eine zentrale Rolle spielt und die heimische DSL-Anbindung zum sprichwörtlichen Nadelöhr wird. Tägliche Vollbackups fallen damit auf jeden Fall aus.
Wird fortgesetzt.
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